Handy-Verhüllungen

Samstag, 8. Juli 2017

Mein Liebster hatte kürzlich einen großen runden Geburtstag. Ich habe lange überlegt und mich schließlich dazu durchgerungen, ihm ein neues Handy zu schenken. Das "alte" - immerhin schon fast drei Jahre alt, höhö - hatte mittlerweile mehrmals täglich den Dienst verweigert wegen Überlastung und die 500 MB RAM waren nun ja auch nicht so wirklich viel.

Handytasche

Also hatte ich mich schlau gemacht und sogar nachgemessen, welche Größe noch gut in der Hemdtasche Platz hat, so dass er nun mit Android 7 und 4 GB RAM hoffentlich für die nächsten zweidrei Jahre (höhö) versorgt ist.

Was wirklich blöd ist bei den Dingern: Es sind extrem schlüpfrige Scheißerchens. (Zitat aus Pretty Woman - nicht, dass ich irgendwelche Copyrights verletzte!) Warum da nicht wenigstens auf der Rückseite zwei Gummistreifen als "Rutschbremse" eingearbeitet werden, ist mir ein Rätsel. Vermutlich, um zu gewährleisten, dass die Dinger wirklich nach spätestens zwei Jahren ersetzt werden müssen. Wenn schon nicht wegen "Veraltung", dann doch zumindest, weil sie irgendwo runter- bzw. rausgefallen sind. (Wie? Zynisch? Ich? Iwooo...)

Es war also klar, dass es zum Handy eine passende Hülle geben soll. Ehrensache, dass ich die selber mache. Soll schon einigermaßen edel aussehen, klassisch-schlicht, seriös eben. Von meinem Wintermantel hatte ich noch genügend anthrazitfarbenen Lodenfilz übrig. Den habe ich doppelt gelegt und zu einer schlichten Hülle mit Klettverschluss zusammengenäht. Um eine "Knubbelnaht" an der Innenseite zu vermeiden, habe ich extra einen Stich gewählt, der mir eine außenliegende Naht erlaubt, die sich sehen lassen kann.

Die Freude war groß, zumal mein Liebster wirklich völlig ahnungslos war. Handy und Hülle sind seitdem in ständigem Gebrauch - also die Hülle natürlich nur unterwegs, klar. :)

Zweidrei Wochen später kam ein "Duu...?" Ihm gefällt die Hülle schon. Aber sie wär halt etwas starr und... kratzig. Und ob ich ihm nicht auch so eine häkeln könnt, wie ich für mein Handy hab? Ich war baff! Häkeln?! Ich hab ihm extra eine genäht, weil er ja doch sicher nicht mit sonen Häkelteil rumlaufen wollen würde - und jetzt das?! Nach knapp zwanzig Jahren ist mein Mann immer noch für eine Überraschung gut! Ok, so eine Hülle ist ja schnell gemacht. Welche Farbe darfs denn sein? Naja, meint er, so bunt halt. Also, richtig bunt.

Handyhuelle

Nach ein paar Probeläufen (weil das Handy so flach ist, konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich ein Rechteck häkle und dann eine Seitennaht habe oder ob ich gleich in Runden bzw. Spiralen häkle) hat mein Liebster nun eine bunte Häkelhandyhülle in den Farben Aubergine, Neongelb, Fliederblau und Neonorange. Genau die richtige Mischung zwischen knallig und gedeckt, die auf dem Foto leider nicht soo schön rüberkommt wie in echt. Und sie ist kuschelweich und nicht so starr wie die genähte Hülle.

Ich hab eine Luftmaschenkette in etwas mehr als der doppelten Breite gehäkelt (langen Anfangsfaden lassen zum Schließen der unteren Naht mit Kettmaschen) und dann direkt in festen Maschen weitergemacht, durchgehend spiralig, keine geschlossenen Runden. Alle zwei bis drei Reihen Farbwechsel, wobei ich die Fäden nicht abgeschnitten, sondern mit hochgezogen habe. Diese Methode trägt am wenigsten auf, wie ich festgestellt habe.

Für die Klappe habe ich Hin- und Rückreihen gearbeitet, wobei ich in jeder dritten und vierte Reihe die jeweils erste Masche übersprungen habe. Abschließend einmal rundum gehäkelt und dabei auch die Wechselfäden mit "versteckt".

Noch einen Knopf angenäht und ne Schlaufe aus dünnem Gummiband drangehäkelt - fertig!

Mein Liebster ist glücklich und hat die neue Hülle gleich ganz stolz ausgeführt. Seltsam isser ja schon. Aber was sollte ich auch mit einem normalen Mann anfangen... :)

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