Hi, ich bin Ruby

Hi, ich bin Ruby

Wie ich im letzten Beitrag schon anklingen ließ, sollte der freigewordene Platz nicht lange unbesetzt bleiben. Wir wollten - wie sonst auch immer - ins nächstgelegene Tierheim gehen, uns eine passende Katze aussuchen und diese mit nach Hause nehmen.

Dank Corona war das jedoch nicht ganz so einfach. Nicht nur, dass es natürlich auch in Tierheimen Besuchsregelungen gibt, was wochenlange Wartezeiten zur Folge hat. Schlimmer noch: Es herrscht akuter Katzennotstand! Naja, “schlimm” stimmt so nicht wirklich. Für die Tiere ist es natürlich schön, dass sie alle ein neues Zuhause gefunden haben. Was hoffentlich auch nach Corona so bleiben wird!

Für uns wars allerdings erst mal blöd. Egal wo wir angefragt haben, nirgends gab es (vermittelbare) Katzen. Bis wir auf Melissa stießen, im benachbarten Landkreis. Ein Jahr alt, schwarz-weiß, einziger Haken: Sie war sehr scheu! Bei einem ersten Telefongespräch mit der Pflegefrau konnten wir, was den “Haken” anging, allerdings nur lächeln. Die Motze saß zwei Wochen hinter der Couch, bis sie sich überhaupt mal von uns anguggen ließ. Und Luna… die durften wir erst nach Jahren (!) streicheln. Bis dahin hatten wir etliche Blessuren davon getragen, die oft über einfache Kratzer hinaus gingen. Scheu war für uns wirklich kein Problem, sondern sahen wir als Normalzustand bei einer neuen Katze an.

Und dann ging es auf einmal doch ganz schnell - fast als wenn Melissa auf uns gewartet hätte. Nach einem Erstkontakt bei der Pflegestelle durfte sie bereits am nächsten Tag zu uns kommen. Und fühlte sich augenblicklich wohl!

Sie ist so aufmerksam, neugierig, interessiert. In Nullkommanichts hat sie die besten Plätze erkundet und Schroeder - offenbar kennt sie es nicht anders, als dass immer irgendwo irgendwelche Katzentiere um sie herum sind. Erst als er begriffen hatte, dass “die” jetzt wohl da bleibt, hat er angefangen zu fauchen. Woraufhin sie ihm zeigte, dass sie das auch sehr gut kann!

Inzwischen ist sie seit drei Wochen bei uns. “Melissa” ist an sich zwar ein sehr schöner Name, aber für eine Katze viel zu lang. Wir haben ein bisschen überlegt und rumprobiert und wussten relativ schnell, dass Melissa eigentlich eine Ruby ist. :) Oh, und wir haben es sogar schon - obwohl sie vor uns Menschen flüchtet! - mit Hinterlist geschafft, sie ins Katzenkörbchen und zum Impfen zu bringen. Das erste Katzentier, dass sich im Auto nicht lautstark beklagt!

Ruby
“Ja, ich glaub, hier lässt es sich aushalten…”
Ruby
“Echt ez? Die bleibt hier???”
Ruby
Da kommen sich die zwei schon näher…
Ruby
Und das nach nicht einmal drei Wochen - das glaubt einem doch kein Mensch!

Wenn sie einen guten Tag hat und grad sehr gechillt ist, lässt sie sich auch mal von uns Menschen streicheln. Und manchmal schnurrt sie sogar dabei. Ansonsten merkt man, dass sie noch recht jung ist, denn sie liebt es, “Bollerli” zu spielen, durchs ganze Haus zu fetzen und sämtliche Teppiche und Vorleger zu “erlegen”. Achja, und meine Überlegung, obs mal ein neuer Wohnzimmervorhang sein sollte, hat sie auch vorangetrieben. Die großen Löcher hab ich erst einmal geflickt; im Herbst wirds dann ein neuer werden. Bis dahin hat sie sich hoffentlich ausgetobt :)

Heute wurden schließlich die letzten Formalitäten erledigt und nun gehört Ruby ganz offiziell zur Schnurgelfamilie. Willkommen Zuhause!